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Zerstört

Veröffentlicht von Bodo Ernst (bodo ernst) am Apr 12 2015
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Seit mehreren Jahren tobt der Streit um den Bebauungsplan WEI 7 und wurde jetzt vorerst einmal beendet. In den letzten Berichten ging der eigentliche Streit des Anstoßes der klagenden Anwohner leider verloren, weshalb ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen möchte.

Worum es hier eigentlich ging, war der Versuch ein kleines Biotop, von denen es in Worms und Umgebung nicht gerade viele gibt, vor der Zerstörung zu bewahren. Da das Gebiet sich seit vielen Jahren unberührt erholen konnte, haben sich hier einige geschützte Tierarten einen exklusiven Rückzugsraum erschließen können. Das ist die eigentliche Exklusivität dieses Gebietes, das ist das, was die Lage hier ausgemacht hat. Nicht der See. Der See liegt in einem privat erschlossenen Gebiet, zu dem man keinen Zugang hat. Auch die Leute, die hier bald bauen werden, haben keinerlei Zugang dazu und werden den See noch nicht einmal sehen können! Da die zuführende Straße durch das Biotop gebaut wird, wurden geschützte Tierarten wie Grünspecht, Buntspecht und Turteltaube vertrieben. Dafür fahren da jetzt bald Luxusautos.

Die geschützte Zauneidechse wurde durch ihren Winterschlaf völligst überrascht, von den Baggern und Bulldozern überfahren, aus dem Erdreich gerissen und zerquetscht. Die im "Dornröschenschlaf" liegende, halb zerfallene alte Ziegelei wurde eingerissen, und auch wenn es darum tatsächlich nicht schade ist, muss sich jetzt die geschützte Fledermaus nach neuen Sommerquatieren und Jagdgründen umschauen, irgendwo wird es ja noch welche geben, wo ist den Investoren und der Stadt offensichtlich egal. Es ist bodenlos die zu entstehende Siedlung mit Exklusivlage zu bewerben, wenn diese zerstört wird, der im Exposé der Siedlung gepriesene See unerreichbar ist und die so viel näherliegende Bahnstrecke keinerlei Erwähnung findet. Auch nicht die dringend erforderlichen Schallschutzmaßnahmen, die sich die neuen Siedler zulegen müssen, da die Bahn, anders als bei der in der Nähe befindlichen Karl-Marx-Siedlung, keine Schallschutzmauer errichten wird. Da fährt der Zug zwischen Worms und FT, MA/HD und nachts Güterzüge. Sehr exklusiv diese Lage! Zerstörtes Biotop, unerreichbarer See und geflüchteter Artenschutz, dafür Bahnlärm mit einem Schallpegel von 74 Dezibel! Das lockt die Menschen, die im "gehobenen Segment" ihr Eigenheim errichten möchten doch sehr....wenn sie es nur wüssten.

Heiko König, Worms

 

 

 

Zuletzt geändert am: Apr 17 2015 um 3:30 PM

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